Ski alpin: Comeback am Polarkreis: Ski-Star Neureuther wieder am Start

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Felix Neureuther

Mit mehr als einem Jahr war die Pause für Felix Neureuther am längsten. Foto: Vesa Moilanen/Lehtikuva


(Foto: dpa)

„Wenn man das ganz realistisch sieht: Es ist möglich”, sagt Neureuther vor dem Weltcup-Slalom am Sonntag in Levi schließlich, schränkt aber sofort ein: „Ich bin jetzt ein Jahr keine Rennen gefahren und fahre das Rennen voll aus dem Training raus. Für mich im Kopf ist drin, dass ich im Dezember, Januar in Form bin. Darauf ist der Plan ausgerichtet.”

Im Dezember und Januar warten die Slalom-Klassiker in Madonna di Campiglio, in Adelboden, Kitzbühel und Schladming. Eine Abfolge, die er im vergangenen Winter wegen seiner Kreuzbandverletzung nur am Fernseher verfolgen konnte – und das ausgerechnet, nachdem er in Levi direkt gewonnen hatte und sich nach eigener Einschätzung in der Form seines Lebens befand. Da will Neureuther wieder hinkommen. Auf dem Weg zur Bestform, die er dann bis zur WM im Februar in Are halten möchte, wäre ein gutes Ergebnis am Polarkreis am Sonntag ein willkommener Schub fürs Selbstbewusstsein.

Druck machen und eigene Ansprüche entwickeln, das will der 34-Jährige allerdings noch vermeiden. „Das ist zu früh”, betont Neureuther. „Meine Erwartungen sind nicht so hoch, weil ich einfach noch Zeit brauche. Ich merke schon, dass es teilweise schon echt gut geht und ich schnell Skifahren kann. Aber es fehlen einfach noch die Trainingskilometer”, erklärt er seine Situation.

Auch für Fritz Dopfer ist es nach langer Trainingspause wegen Adduktorenproblemen eine Art Comeback, für den zweiten Kreuzbandpatienten der vergangenen Saison, Stefan Luitz, sowieso. „Gerade von diesen Athleten dürfen wir im ersten Rennen nicht zu viel erwarten”, mahnt auch Bundestrainer Mathias Berthold. Insgesamt hat er acht Fahrer am Start, in Form ist wohl insbesondere Linus Straßer.

Neureuther kostete im Sommer eine Allergie viele Trainingstage, seit ein paar Wochen hält sich ein Schnupfen hartnäckig und verschwindet nicht so ganz. Und dazu kam vor Sölden, als der Riesenslalom-Auftakt vor drei Wochen wegen Schlechtwetters abgesagt wurde, mal wieder ein Problem mit dem Rücken. Er habe „schon noch Nachholbedarf und brauche ein paar Wochen” bis zur echten Fitness, sagte der Bayer im Ötztal.

Zumindest das kaputte Knie macht aber ziemlich genau ein Jahr nach dem folgenschweren Sturz im Training in den USA überhaupt keine Probleme mehr. „Was man noch sieht, ist, dass die Muskulatur schwächer ist am linken Bein. Beim Fahren selber: Nullkommanull Probleme. Das Knie ist stabil”, sagt Neureuther und klingt dabei sehr überzeugend. „Ich glaube schon, wenn wir nach Amerika gehen und auf dem Hang in Copper Mountain trainieren, dass dann die Erinnerungen zurückkommen. Aber jetzt ist das überhaupt nicht in meinem Kopf.”

Ebenso wenig wie ein möglicher Name für das Rentier, das der Sieger von Levi traditionell gewinnt. „Ganz ehrlich: Über das habe ich mir bis jetzt noch am allerwenigsten Gedanken gemacht. Das wäre auch vermessen”, sagte Neureuther. Sollte er aber unerwartet doch einen Namen brauchen, müsste er sicher nicht lange zögern. „Spontan kommen die besten Ideen.”

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